Die Kita "Raupe Nimmersatt" wurde 1978 als erste Kindertagesstätte im Wohngebiet Marzahn eröffnet. Sie arbeitet intensiv mit Familien und Ehrenamtlichen sowie mit Einrichtungen in der Nachbarschaft zusammen, u.a. für ältere Menschen und Geflüchtete.
Die Kita hat viel Erfahrung bei der Betreuung von Kindern mit besonderem Förderbedarf, z.B. in der Sprachentwicklung. Aufgrund von Barrieren, wie zu schmalen Türen, Schwellen und einem fehlenden Aufzug, war es bis 2026 nicht möglich, Kinder mit körperlichen Beeinträchtigungen adäquat zu betreuen, Gästen einen barrierefreien Zugang zu ermöglichen oder Menschen mit körperlichen Einschränkungen zu beschäftigen.
Der Typenbau wurde deshalb unter dem Motto "Raupe 2.0 - ein Ort für alle" durch die AWO pro:mensch gGmbH zu einer Inklusionskita umgebaut und um 30 Plätze erweitert. Außerdem ist in einem separat nutzbaren Anbau ein neuer Begegnungsort für das Quartier entstanden. Hier sind Beratungen, Feste sowie kreative und sportliche Angebote denkbar.
Das Projekt gehört zu den Vorhaben im Handlungskonzept "Barrierefreies Quartier Springpfuhl/Südspitze". 2020 erstellten Kaminski-Architekten im Auftrag des Bezirks Marzahn-Hellersdorf mit Mitteln aus dem Programm Stadtumbau und unter Beteiligung der Einrichtung und kooperierender Träger eine Machbarkeitsstudie.
Das Gebäude wurde komplett entkernt. Offene Grundrisse sowie ein Aufzug gewährleisten die flexible und barrierefreie Nutzung aller Räume und verbessern die Orientierung. Bei der Wegeführung wurde das 2-Sinne-Prinzip (sehen, tasten) umgesetzt. Für die unterschiedlichen Nutzungsbereiche wurde ein Farbkonzept mit hellen Pastelltönen angewendet.
Im Altbauteil wurden neue Holzfenster eingebaut und das Dach gedämmt. Auch die haustechnischen Anlagen (Elektro, Heizung, Sanitär) wurden erneuert. Der zweigeschossige Anbau in Holzbauweise am südlichen Giebel setzt sich als besonderer städtebaulicher Akzent deutlich von dem bekannten Erscheinungsbild des Kita-Gebäudes ab. Das Dach des Anbaus ist extensiv begrünt und mit einer Photovoltaikanlage ausgestattet. Die Fassade ist mit vier vertikalen Beeten ein besonderer Blickfang, in dem sich auch die Raupenskulptur wiederfindet.