Machbarkeitsstudie für einen Gedenkort Güterbahnhof Moabit

Kiefernhain, Pfalsterweg und Stele aus Cortenstahl

Der Gedenkort in seiner jetzigen Form soll weiterentwickelt werden

Der Güterbahnhof Moabit steht als einer von drei Berliner Deportationsbahnhöfen exemplarisch für die systematisch geplante Vernichtung jüdischer Menschen im nationalsozialistischen Deutschland. Zwischen März 1942 und Januar 1944 wurden von hier mehr als 32.000 Juden und Jüdinnen in Ghettos und Vernichtungslager deportiert. Damit war der Güterbahnhof Moabit der zentrale Ausgangspunkt für die Deportationen der jüdischen Bevölkerung aus Berlin.

Die besondere Bedeutung des ehemaligen Güterbahnhofs als Ort des Gedenkens ergibt sich auch aus seiner zentralen Lage. Die Deportationen und Märsche zum Bahnhof erfolgten durch die angrenzenden Wohnquartiere, gut sichtbar für die Bevölkerung. Relikte des Güterbahnhofs sind durch Nutzung und Umgestaltung des Areals jedoch entweder zerstört, überbaut oder dem Verfall überlassen worden - der ursprüngliche Ort ist nur sehr rudimentär erhalten. Der heutige Gedenkort ist ein aus dem Gewerbegebiet herausgehobener Freiraum unter einem neu gepflanzten Kiefernhain mit einem gestalteten Zugang von der Quitzowstraße. Der freigelegte Gleisabschnitt des Gleises 69, die erhaltenen Elemente der Deportationsrampe, seit 2018 unter Denkmalschutz, und zwei Informationsstelen aus Cortenstahl verweisen auf die Geschichte.

Im Rahmen des Runden Tischs der Akteure aus Gedenkstätten und Museen, den Senats- und Bezirksverwaltungen, von zivilgesellschaftlichen Organisationen und Initiativen wurden seit 2022 Möglichkeiten einer räumlichen und inhaltlichen Erweiterung des Gedenkorts Güterbahnhof Moabit erörtert. Davon ausgehend wurde eine Machbarkeitsstudie beauftragt, um zu prüfen wie die Geschichte des größten Deportationsbahnhofes des nationalsozialistischen Regimes in Berlin für nachkommende Generationen sichtbar gemacht werden kann.

Im Rahmen der Machbarkeitsstudie wurden Entwicklungsperspektiven erarbeitet und Empfehlungen für eine Aufwertung und Sicherung des Gedenkortes formuliert. Die erarbeiteten Varianten geben ein erstes Bild einer zukünftigen Entwicklung und benennen Kosten für Planung, Errichtung sowie Betrieb und Unterhalt. 

Für die in der Studie dargestellten Umsetzungsschritte bedarf es zunächst entsprechender politischer Beschlüsse. Die nachfolgende Klärung von Finanzierungsmöglichkeiten sowie des Zugriffs bzw. Erwerbs der privaten Grundstücksflächen sind Voraussetzungen für die Erweiterung des Gedenkorts.

Informationen

  • Adresse:
    Gedenkort Güterbahnhof Moabit
    Quitzowstraße 23
    10559 Berlin
    Mitte
  • Auftraggeber/Bauherr:
    Bezirk Mitte
  • Planung:
    LOKATION:S GmbH, glaßer & dagenbach GbR, m.o.l.i.t.o.r. GmbH
  • Gesamtkosten:
    67.000 EUR aus dem Programm Nachhaltige Erneuerung
  • Konzepterstellung:
    2024

Zum Anzeigen der Karte benötigen wir Ihre

AktuellAbgeschlossen

Stand: Dezember 2025